In der Bibliothek

"Lass uns zur Bibliothek gehen - vielleicht werden wir dort etwas finden" sagte Addis. "Na, ich bin mir nicht sicher, ob man in verstaubten Büchern einen Hinweis für unser Rätsel finden kann, aber meinetwegen" sagte Jonas.

In der Bibliothek angekommen, mussten sie zuerst Jacken und Taschen in einen Schrank einschließen. Es gab am Eingang eine Auskunft, und so fragten sie, wo sie die Kinderecke finden könnten. Die Dame erklärte es ihnen, und bald hatten sie sie gefunden.

Sie schauten sich etwas ziellos um, und griffen sich ein Buch nach dem anderen, finden konnten sie jedoch nichts. Da kam ein Mitarbeiter der Bibliothek auf sie zu: "Na, ihr beiden; ihr seht mir aus, als suchtet ihr etwas ganz besonderes. Schaut mal: auf dieser Seite gibt es eine Märchenecke. Dort stehen  Märchen aus allen Teilen der Welt. Und ganz oben im Regal, dort stehen ganz besondere Leckerbissen." Und schon war der Mann wieder verschwunden.

Addis und Jonas waren etwas verwundert, schauten sich aber dennoch in besagter Märchenecke um. "Märchen aus Finnland, aus Frankreich, aus Deutschland und so weiter. Hier finden wir doch nichts" sagte Addis etwas enttäuscht. "Der Mann hat doch gesagt, dass ganz oben noch Bücher stehen. Wir suchen eine Leiter und gehen nach oben." Jonas war plötzlich ganz eifrig geworden. 

Sie strömten in verschiedene Richtungen aus und endlich fand Addis eine Trittleiter. Und ein paar Minuten später stand Jonas vor dem obersten Regal und musste erst einmal kräftig niesen: "Haaaatschiii!" Es hallte durch die gesamte Bibliothek. "RUHE" schrie es aus einer hinteren Ecke. Die beiden Jungs kicherten.

Addis sagte: "Hey, was siehst du - irgendein interessantes Buch?" Jonas schaute sich um,  und auf einmal lass er die schon etwas verstaubten Buchstaben: Märchen aus Äthiopien. Als er das Buch herauszog, wurde er in eine Staubwolke gehüllt, und musste ein zweites mal niesen: "Haaatschiii!". "RUHE!" schrie es wieder aus einer hinteren Ecke. Kichernd kam Jonas die Stufen herunter, und dann setzten sie sich an einen Tisch und schlugen das Buch auf.

So geht`s weiter:

Du siehst nichts mehr? Ich sorge für Durchblick!

 

©  by Sandra Ebermann; 2000-2002

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